64. NORDBAU NEUMÜNSTER | 11. - 15. September 2019 | Mittwoch - Sonntag

BIM lohnt sich

Die Vorstellung, dass sich die digitale Planung mit BIM für kleinere Architektur- und Ingenieurbüros oder generell bei Sanierungsprojekten nicht lohnt, ist nach wie vor weit verbreitet. Das stimmt so nicht, denn hat man die erste Hürde genommen und sich für das ausschließliche Arbeiten mit BIM entschieden hat, werden Projekte sehr schnell wirtschaftlich.

BIM lohnt sich

© zur Verfügung gestellt von: Torben Wadlinger


BIM beginnt im Kopf. Sprich: das Arbeiten mit BIM muss man wollen und es darf keine „Exit“-Strategie geben, denn nur, wer die Implementierung konsequent verfolgt, wird den schnellen Erfolg sehen. Torben Wadlinger ist diesen Schritt mit der Übernahme des Architekturbüros Heiner Graf im pfälzischen Frankenthal erfolgreich gegangen. graf + partner Architekten begannen ab 2010 mit der Umstellung auf die Planungsmethode BIM.

Die Investitionen am Anfang sind überschaubar, aber man sollte sich für eine BIM-Software entscheiden und die vorhandenen Funktionen optimal nutzen, um planerisch erfolgreich zu sein. Als kleineres Büro hat man hier durchaus Vorteile, man kann viel schneller agieren und reagieren und neue Arbeitsabläufe implementieren. Kurze Wege und eindeutige Zuständigkeiten sind hier viel eher gegeben als in großen Büros mit vielen Abteilungen. Teure Server- und Cloud-Lösungen empfehlen sich dann erst später, wenn man gut eingearbeitet ist und auch komplexere Projekte stemmen möchte. Wirtschaftlichkeit entsteht nach Einschätzung von Torben Wadlinger etwa ab dem zweiten Projekt. Nach einer Einarbeitungsphase ist man relativ schnell in der Lage, mehr Projekte mit weniger Leuten zu bearbeiten, als nur beim Einsatz von CAD und der konventionellen Planungsmethode. Dazu kommt die zunehmende Transparenz und Kostenkontrolle innerhalb der Projekte. Die Erfahrung hat außerdem gezeigt, dass es sich in 3D leichter und schneller planen lässt, als in 2D. Das wissen vor allem die jüngeren Mitarbeiter, die in ihrer Ausbildung oftmals noch mit den herkömmlichen Planungsmethoden konfrontiert werden und im Büro ganz andere Erfahrungen machen. BIM-basiert zu arbeiten ist daher gerade für kleinere Büros wie graf + partner ein Wettbewerbsvorteil bei der Gewinnung qualifizierter Fachkräfte.

Dass sich die digitalen Planungsmethoden auch für Sanierungsprojekte eignen, zeigt ein aktuelles Projekt des Büros – die Sanierung der Spormühle in Dirmstein. Bereits vor der Baueingabe wurde das Gebäude mit Lasertechnik aufgemessen und als Linienmodell in die BIM-Software übertragen. So lag ein 3D-Modell als Basis für die weitere Planung vor, was sich als besonders hilfreich erwies, nachdem das Objekt einen Eigentümerwechsel erfuhr und eine unvorhergesehene Neuplanung erforderlich wurde.

Ein wesentlicher Aspekt ist die veränderte Arbeitsweise, die mit BIM Einzug in den Arbeitsalltag hält. Dessen muss man sich bewusst sein, denn die Arbeitsaufwände der einzelnen Leistungsphasen verschieben sich. Die Methode erfordert unabhängig von einem großen oder kleinen Projekt, einem Neubau oder einer Sanierung unter anderem die frühzeitige Festlegung der wesentlichen Konstruktionsparameter und Systemaufbauten. Und es ist zwingend nötig, Allianzen zu bilden. Denn BIM geht nicht im Alleingang. Es gilt, Kooperation mit versierten Fachplanern einzugehen und Partner zu finden, die sich mit den neuen Arbeitsmethoden bereits besser auskennen. Hier können der Besuch von Fortbildungs- oder Netzwerktreffen sowie regionale Arbeitsgruppen eine große Hilfe sein.

Das Buch "BIM - Building Information Modeling I Management - Band 2" bietet zu dem Thema Arbeitspraxis BIM im Büro wertvolle Einblicke.

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