64. NORDBAU NEUMÜNSTER | 11. - 15. September 2019 | Mittwoch - Sonntag

Neue Perspektiven mit BIM

Ähnlich wie bei der Einführung von CAD in den 1990er Jahren sind die Vorbehalte gegen BIM in vielen Architektur- und Planungsbüros aktuell noch groß. Aber die technologische Entwicklung ist nicht aufzuhalten und es ist Zeit umzudenken. Denn gerade für Architekten liegen viele Chancen und Potenziale im Planen und Bauen mit der BIM-Methode.

Neue Perspektiven mit BIM

© zur Verfügung gestellt von: Blauraum


Oftmals ist es nur eine Frage der Wahrnehmung, dass die Möglichkeiten die das Planen und Bauen mit BIM für Architekten bereit hält, nur unzureichend erkannt werden. Denn mangelnde Kenntnisse und Praxiserfahrung sowie die Angst vor hohen oder gar falschen Investitionen führen zu einer Ablehnung neuer Technologien wie der Planungsmethode BIM, ohne zu bedenken, welche Potenziale und Vorteile sie gerade für diese Berufsgruppe bieten.

Julia Täubert ist Teamleiterin im Büro blauraum Architekten in Hamburg. Zu ihren Aufgaben gehört es, die Planungsprozesse zu vereinfachen und zu automatisieren, um Fehler zu reduzieren. Das geht eigentlich nur mit BIM, denn diese Planungsmethode bietet völlig neue Möglichkeiten zur Erfassung und Verwertung der immer komplexer werdenden Informationen und immer größeren Datenmengen. Dass dies notwendig wird, liegt vor allem an immer neuen DIN-Vorschriften, europäischen Richtlinien oder sich wandelnden Vorgaben etwa bzgl. der EnEV oder Cradle to Cradle – was insbesondere bei der Auswahl von Materialien beachtet werden muss. Dieses Fachwissen sollten sich die Architekten nicht aus der Hand nehmen zu lassen!

Weitere Vorteile der Methode sehen die Architekten von blauraum in einer besseren Zusammenführung der im Projekt beteiligten Fachplaner. Auch dies ist zwingend notwendig, um am Markt konkurrenzfähig zu bleiben, wie sich am Beispiel kostengünstiger Wohnungsbau leicht nachvollziehen lässt. Die Forderung nach bezahlbarem Wohnraum hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen, so dass immer mehr Fertighaus- und Systemanbieter auch im Bereich Geschosswohnungsbau auf den Markt drängen. Die Gefahr besteht, dass damit ein merkliches Stück Baukultur verloren geht. Um dies zu verhindern, sind Architekten stärker denn je darauf angewiesen, Allianzen zu bilden und ihre Rolle zu behaupten. Die Komplexität dieser Aufgabe lässt sich ohne BIM nur schwer lösen.

Wer sein Büro erfolgreich und zukunftsorientiert betreiben möchte, wird immer wieder mit dem Fachkräftemangel konfrontiert. Studierende und junge Absolventen sind bereits mit der Digitalisierung aufgewachsen und kennen die Scheu vor den neuen Technologien nicht – im Gegenteil, das Interesse ist groß und nicht vorhandenes Wissen eignet sie sich wie selbstverständlich und spielerisch auch mal in einem Youtube-Tutorial an. So erarbeiten sich junge Architekten schnell einen Wissensvorsprung, den man sich mit einem ausgewogenen Mix aus erfahrenen und neugierigen Mitarbeitern zunutze machen sollte.

Nach wie vor ein großes Thema sind die noch fehlenden Standards, insbesondere an der Schnittstelle zur Bauindustrie. Es gilt, nicht nur die büroeigenen Arbeitsabläufe im Auge zu haben, sondern auch zu erkennen, dass das Datenmodell für die Industrie einen enormen Zeit- und Kostengewinn bedeutet, indem alle Parameter schon in der Planung festgelegt und bestellfertig hinterlegt sind. Hierin liegt eine große Chance, die Wertschöpfung in der Prozesskette nach vorne in die Hände der Architekten zu legen. All diese Möglichkeiten zu erkennen und zu nutzen ist vielleicht die größte Herausforderung, vor der momentan viele Architekten stehen.

Das Buch "BIM - Building Information Modeling I Management - Band 2" bietet zu dem Thema Arbeitspraxis BIM im Büro wertvolle Einblicke.

Programm

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